BarrierefreiheitEinfache Sprache
Brandenburg Lebt Logo
LandkreiseVeranstaltungen

Rechtliches

  • Impressum
  • Datenschutz
  • AGB
  • KI-Hilfsmittel
  • Transparenzbericht
  • Unsere Quellen
  • Über uns
  • Styleguide

Verlag & Partner

  • Hessen App GmbH
  • dashdesign;
  • Die Stadt App
  • Die Mittelhessen-App
  • Herold News

Service

  • Kontakt
  • Problem melden
  • Werbung schalten
  • PUR-Abo & Kündigung

© 2026 Hessen App GmbH

Sprache wählen

Werderaner Wirtschaftstag: Gespräche zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben

Bürgermeisterin Manuela Saß lädt zur Karriere in der Region ein, während rund 450 Schülerinnen und Schüler bei 50 Ausstellern Berufsfelder kennenlernen.

Von Redaktion Werder (Havel)11.09.26, 15:25

Beim Werderaner Wirtschaftstag auf der Bismarckhöhe haben Schüler und Lehrlinge am Donnerstag direkt miteinander über Ausbildung und Berufsalltag gesprochen. Viele der teilnehmenden Unternehmen hatten ihre Auszubildenden mitgebracht. So kamen die Jugendlichen oft schnell ins Gespräch, weil die eigene Schulzeit bei den Lehrlingen noch nicht lange zurückliegt.

Bürgermeisterin Manuela Saß und der 1. Beigeordnete Christian Große eröffneten die Ausbildungsmesse um 10 Uhr. Saß sagte vor den Schülerinnen und Schülern, dass sich auf dem Wirtschaftstag „das Beste vom Besten aus der Region“ versammle, darunter auch einige Weltmarktführer. Ihre Botschaft an die Jugendlichen lautete: Sie müssten nicht weg von der Heimat, sondern könnten in der Region Werder Karriere machen.

Die Bandbreite der vorgestellten Berufe reichte von Nutzfahrzeugen und Diagnosetechnik über Pflege und internationale Fachkräfte bis hin zu Einblicken in den Arbeitsalltag eines Supermarkts am frühen Morgen.

Vom Praktikum in die Werkstatt

Am Stand von Bausetra berichtete Hannes Neumann von seinem Weg in die Ausbildung. Der 18-Jährige befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik. Das Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und hat Standorte in Potsdam und Luckenwalde.

Neumanns Interesse an Technik begann schon während seiner Schulzeit, als er immer wieder am Standort im Industriegebiet Rehbrücke vorbeifuhr. In der elften Klasse bewarb er sich für ein Praktikum, das ihm so gut gefiel, dass er anschließend die Ausbildung begann. Den schulischen Teil der Fachhochschulreife hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits erworben.

Heute erlebt er, dass Nutzfahrzeugtechnik weit mehr umfasst als klassische Schraubarbeiten. Nach seinen Angaben spielt Elektronik eine große Rolle, und er arbeitet häufig mit dem Ausleserechner. Sorge, dass Künstliche Intelligenz seinen Beruf überflüssig machen könnte, hat er nicht, weil die Arbeit sehr praktisch sei.

Für Ausbildungsleiter André Lau ist das Praktikum der entscheidende Einstieg. Bausetra habe bereits mehrfach beim Werderaner Wirtschaftstag Praktikanten gefunden. Nach seinen Angaben führt der Weg zu einem Ausbildungsplatz im Unternehmen immer über ein Praktikum. Möglich sei das klassische Schulpraktikum ab der achten Klasse. Außerdem könnten Schülerinnen und Schüler die Ferien nutzen, um eine Woche in den Betrieb hineinzuschnuppern.

Karrierewege in der Pflege

Auch die Karina Hauskrankenpflege stellte am Wirtschaftstag ihre Ausbildungs- und Berufsperspektiven vor. Nach Angaben von Miriam Kobela fährt das Unternehmen in der ambulanten Pflege 20 Touren in der Region. Sie sagte, dass auch im Pflegebereich Karriere möglich sei, was vielen jungen Menschen nicht klar sei.

Als Beispiele nannte sie nach dem staatlichen Examen mögliche Studiengänge im Pflegemanagement oder in der Pflegepädagogik. Zudem spielten inzwischen ausländische Fachkräfte eine wichtige Rolle. Bei Karina arbeiteten Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen. Entscheidend sei vor allem, die deutsche Sprache gut zu beherrschen.

Ein Beispiel für einen solchen Weg ist Achraf Moutaouakil. Der 24-Jährige stammt aus Marokko und absolviert seit sechs Monaten seine Ausbildung bei den Kliniken Beelitz. Bei Karina verbringt er derzeit einen zweimonatigen Außeneinsatz, der Teil seiner Ausbildung ist.

Vor seiner Ankunft in Deutschland bereitete er sich bereits in Marokko vor. Zunächst absolvierte er eine zweimonatige Kurzausbildung beim Roten Halbmond, anschließend Praktika in einem Krankenhaus und in der Pflege. Mit ersten Deutschkenntnissen bewarb er sich über ein internationales Programm der Kliniken Beelitz.

Moutaouakil sagte, die Kommunikation sei der Schlüssel, deshalb versuche er, viel zu reden und Deutsch zu sprechen. Seine Ausbildung gefalle ihm gut, und auch im Alltag habe er sich eingelebt. An Deutschland gefielen ihm die Kultur, die Kleidung und das Feiern. Einen Unterschied habe er schnell festgestellt: In Deutschland gebe es vier Jahreszeiten an einem Tag.

Vom Einkauf zum eigenen Markt

Am Stand von EDEKA Schneider berichteten Malena Ehmke und Lennox Grimm von ihrem Alltag im Einzelhandel. Beide befinden sich im zweiten Ausbildungsjahr in Werder.

Die 17-jährige Malena Ehmke interessierte sich schon früh für den Handel. Sie wollte nach eigenen Angaben die andere Seite des Einkaufens kennenlernen. Ihre ursprüngliche Planung habe sich durch die Ausbildung verändert. Statt später zu wechseln, möchte sie inzwischen bleiben.

Auch Lennox Grimm, 18 Jahre alt, hat klare Ziele. Er schilderte, dass ein Arbeitstag im Markt mit der Qualitätssicherung in der Obst- und Gemüseabteilung beginnen kann. Danach werde sauber gemacht, Ware ausgepackt und eingeräumt. Demnächst dürften die Lehrlinge auch an die Kasse.

Grimm interessiert sich nach eigenen Angaben nicht nur für einzelne Aufgaben, sondern auch dafür, wie ein Markt insgesamt geführt wird. Sein Ziel steht bereits fest: Er möchte später einmal selbst eine EDEKA-Filiale haben.

50 Aussteller, 450 Schülerinnen und Schüler

Insgesamt präsentierten sich beim Werderaner Wirtschaftstag 50 Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen. Die Bandbreite reichte von Industrie, Handwerk und Lebensmittelproduktion über Handel, Fahrzeugtechnik und Elektrotechnik bis zu Pflege, Gastronomie, Verwaltung und öffentlichem Dienst. Auch Hochschulen, Berufsschulen, Kammern und die Berufsberatung waren vertreten.

Rund 450 Schülerinnen und Schüler nutzten den Vormittag, um sich über Ausbildungsberufe, duale Studiengänge und weitere Karrierewege zu informieren. Erstmals lag bei der Messe auch die neue Ausbildungsbroschüre aus. Sie stellt Ausbildungsbetriebe aus Werder und der Region vor und soll nach Angaben der Veranstalter helfen, Angebote nachzuschlagen und Ansprechpartner zu finden.

Gespräche über den passenden Beruf

Auf der Bismarckhöhe stand damit nicht nur die Vermittlung von Ausbildungsplätzen im Mittelpunkt, sondern auch der persönliche Austausch über Berufswege. Die Jugendlichen konnten Menschen treffen, die den Schritt von der Schule in den Beruf bereits gemacht haben, und nachfragen, was gut läuft, was anders ist als erwartet und welche Wege nach der Ausbildung offenstehen.

Der Wirtschaftstag zeigte nach dieser Bilanz, dass die Antwort auf die Frage nach dem passenden Beruf oft mit einem Praktikum beginnt, mit Interesse an einem unbekannten Arbeitsfeld oder mit dem täglichen Blick an einer Werkstatt vorbei.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern:

WhatsAppFacebookXE-Mail
Werderaner Wirtschaftstag: Gespräche zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben
Werderaner Wirtschaftstag: Gespräche zwischen Jugendlichen und AusbildungsbetriebenFoto: Stadt Werder Havel HkxBild 1 von 2

Artikel anhören

Ihr Browser unterstützt die Audiowiedergabe nicht.