Strausberger Stadtforst soll vielfältiger und widerstandsfähiger werden

Strausberg gestaltet seinen Stadtforst vielfältiger und widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Krankheiten. Der Umbau ergänzt Kiefern um weitere Baumarten.

Von Redaktionsteam Strausberg2 Min. Lesezeit

Der Strausberger Stadtforst soll vielfältiger und widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Krankheiten werden. Bei einer rund vier Kilometer langen Begehung am 26. September erläuterte Stadtförster Heiko Wessendorf Stadtverordneten, Beschäftigten der Stadtverwaltung und sachkundigen Einwohnern den Stand des Waldumbaus.

Rund 70 Prozent des Stadtwaldes sind von Kiefern geprägt. Ergänzend sollen Eiche, Hainbuche, Rotbuche, Lärche und weitere standortgerechte Baumarten wachsen. Der Wald erfüllt zugleich wichtige Funktionen als Lebens- und Erholungsraum, trägt zum Klimaschutz bei und beeinflusst den Wasserhaushalt. Trockene Frühjahre, Böden mit geringer Wasserspeicherung sowie Schädlinge und Krankheiten setzen den Bäumen zu.

Waldumbau über Generationen

Im Stadtforst finden sich alle vier Entwicklungsphasen des Waldumbaus: die Etablierung und Pflege junger Bestände sowie deren Dimensionierung und Reife. Junge Bäume müssen geschützt und gepflegt werden. Ältere Bestände werden gezielt aufgelichtet, damit Raum für die nächste Waldgeneration entsteht. Bei Eichen kann es bis zur Reife 200 Jahre und länger dauern.

Traubenkirsche wird gezielt zurückgenommen

Für den Waldumbau ist nach Angaben der Stadt moderne Forsttechnik erforderlich. Die invasive Spätblühende Traubenkirsche muss dort, wo sie den Umbau behindert, mitsamt ihrem Wurzelwerk entnommen werden. Von Hand lässt sich das nicht im erforderlichen Umfang leisten. Feste Fahrgassen sollen den Einsatz der Forstmaschinen auf dafür vorgesehene Bereiche begrenzen.

Die Traubenkirsche wird nicht überall entfernt: Ihre dichte Verschattung schützt den Waldboden vor Austrocknung und kann zur Waldbrandvorbeugung sowie zur Bodenverbesserung beitragen. An Stellen, an denen sie den Waldumbau nicht behindert, bleibt sie deshalb im Bestand.

Die Kiefer bleibt eine wichtige Wirtschaftsbaumart und Einnahmequelle des Stadtforstes. Eine größere Vielfalt an Baumarten soll die Abhängigkeit von einzelnen Arten und damit das wirtschaftliche Risiko verringern. Seit dem Trockenjahr 2018 sind die Schadholzmengen rückläufig. Einnahmen aus der Waldbewirtschaftung können in Pflege und Waldumbau investiert werden; auch der Ruheforst Strausberg trägt zur Finanzierung des Stadtforstes bei.

Ziel ist es, Holz dann zu ernten, wenn es waldbaulich sinnvoll ist und eine gute Wertschöpfung ermöglicht. Der Waldumbau soll die vielfältigen Funktionen des Stadtwaldes erhalten und eine nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: