DB-Cargo-Werkstatt in Senftenberg schließt
75 Beschäftigte betroffen – nur ein kleines Team bleibt für Kleinstreparaturen vor Ort

Die Nachricht trifft Senftenberg hart: Die seit Monaten unter Druck stehende Werkstatt des DB-Cargo-Standortes wird endgültig geschlossen. Nach Angaben aus der Mitteilung ist der letzte Arbeitstag für die Beschäftigten der 31. Mai; die offizielle Schließung erfolgt zum 1. Juni 2026. In der Stadt sorgt die Entscheidung für deutliche Empörung.
Schließung nach langen Gesprächen ohne Ergebnis
Wie aus der Mitteilung hervorgeht, sind alle bisherigen Gesprächsversuche zwischen Politik, Stadt, Landkreis und der Deutschen Bahn vergeblich verlaufen. Die Werkstatt galt demnach schon seit Monaten als gefährdet. Nun steht fest: Der Standort in Senftenberg wird nicht fortgeführt.
Von der Entscheidung betroffen sind laut Mitteilung insgesamt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Werkstatt gehören 19 Arbeitsgleise im Gleisnetz über 1.000 Metern. Damit verliert Senftenberg einen Betrieb, der bislang als bestens ausgelastet und hochspezialisiert beschrieben wird.
Auswirkungen auf die Beschäftigten
Ein Teil der Belegschaft hat den Angaben zufolge bereits neue Arbeitsplätze in Cottbus, Spremberg und Schwarzheide gefunden. Für die verbliebenen, bislang nicht vermittelten Beschäftigten soll die Kündigung am 30. Juni 2026 erfolgen.
Für den mobilen Einsatz bleibt nach der Schließung lediglich ein kleines Team von maximal sechs Instandhaltern für Kleinstreparaturen vor Ort bestehen. Damit wird der Standort in seiner bisherigen Form deutlich zurückgefahren.
Kritik von Betriebsrat und Stadt
Der für Senftenberg zuständige Betriebsrat René Wüstenhagen erklärte, es gebe seitens des Konzerns keinerlei Informationen zum Weiterbetrieb. Auch ein Angebot für die vorhandenen, externen Flächen sei bislang nicht gemacht worden. Nach seiner Einschätzung seien auch Firmen an einem Großteil der Belegschaft interessiert.
Wüstenhagen befürchtet nun eine Investruine anstelle des bisherigen Standorts. Die Formulierung steht für eine wirtschaftlich nicht mehr genutzte Anlage, in die zuvor investiert wurde.
Signal im Strukturwandel
Bürgermeister Andreas Pfeiffer sprach in der Mitteilung von einer Empörung in der Kreisstadt. Er hält die Schließung angesichts mehrerer Interessenten für eine mögliche Werkstatt-Übernahme für nicht nachvollziehbar. In Zeiten des Strukturwandels sei diese Werksschließung ein völlig falsches Signal, so Pfeiffer. Nach seiner Einschätzung gehen damit regionale Wirtschaftsperspektiven verloren.
Eine Entscheidung mit Signalwirkung
Die Schließung der Werkstatt hat damit nicht nur unmittelbare Folgen für die Beschäftigten, sondern trifft auch die wirtschaftliche Erwartungshaltung in Senftenberg. Im Kern bleibt der Eindruck einer Entwicklung, die trotz Gesprächen und erkennbarem Interesse an einer Übernahme nicht gestoppt werden konnte.
Für Senftenberg bedeutet die Entscheidung einen weiteren Rückschlag in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Situation. Die endgültige Stilllegung der Werkstatt markiert das Ende eines Standortes, der für die Region zuletzt noch als potenziell erhaltenswert galt.
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