Nauen testet mobilen Bodenrucksack für Schulen

Nauen und die Universität Potsdam erproben einen Bodenrucksack für Schulen. Im Stadtpark untersuchten Neuntklässler Bodenarten und Wasserspeicherung.

Von Redaktion Nauen2 Min. Lesezeit
Mit einer Bodenprobe begann das Projekt in Nauener Stadtpark.

Foto: Norbert Faltin

Foto: Norbert Faltin

Wie viel Wasser kann der Boden speichern, und woraus besteht er? Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse des Goethe-Gymnasiums untersuchten solche Fragen bei einer Exkursion im Stadtpark Nauen. Die Stadt und die Universität Potsdam erprobten dabei ein mobiles Bildungsangebot zur Bodenkunde.

Im Zentrum des Pilotprojekts steht ein Rucksack mit Materialien und Modulen für Bodenuntersuchungen. Er ist noch in der Entwicklung: Bei der Exkursion kamen zunächst Materialkisten und ein Bollerwagen zum Einsatz. Getestet wurden unter anderem die sogenannte Fingerprobe zur Bestimmung der Bodenart, die Wasserspeicherfähigkeit und die Messung des pH-Wertes. Der Prototyp soll im Frühjahr fertiggestellt sein.

Bodenproben für die Parkentwicklung

Die Jugendlichen legten flache Erdaufschlüsse an, verglichen sandige, schluffige und tonige Böden und prüften, wie diese Wasser aufnehmen und speichern. Mit einem etwa einen Meter langen Pürckhauer-Bohrstock entnahmen sie außerdem Bodenprofile, an denen unterschiedliche Schichten sichtbar werden.

Die Untersuchungen fanden an mehreren Stellen statt, die für die Zukunft des Parks von Interesse sind. Dazu gehört ein Bereich, an dem sogenannte Baumlinsen mit Bäumen und Unterbepflanzung entstehen könnten. Auch ein abschüssiger Abschnitt wurde betrachtet: Dort soll eine Kiespackung künftig dazu beitragen, dass Regenwasser langsamer versickert. An einem ehemaligen beziehungsweise derzeit trockenen Gewässer sollen Bodenproben helfen, die örtlichen Bedingungen besser zu verstehen.

Boden als Wasserspeicher und Lebensraum

Die Beschaffenheit des Bodens beeinflusst, wie Wasser versickert, gespeichert oder weitergeleitet wird. Das ist auch für die Klimaanpassung wichtig, insbesondere bei Starkregen und längeren Trockenperioden. Im Stadtpark stehen nach Angaben der Stadt rund 600 Bäume. Der Park entstand 1872 und wurde 1990 als Gartendenkmal eingetragen; Veränderungen müssen deshalb mit den denkmalrechtlichen Vorgaben abgestimmt werden.

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zu Aufgaben und Materialien fließen in die Weiterentwicklung des Angebots ein. Perspektivisch soll der Bodenrucksack Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen zur Verfügung stehen. Denkbar sind Bodenaktionstage im Stadtpark sowie Untersuchungen im Stadtwald oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Stadt Nauen und die Universität Potsdam wollen das Pilotprojekt in den kommenden Monaten weiter erproben.

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