Brandenburg veröffentlicht Klimabericht für 2024 und 2025
Wie weit sind die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Brandenburg an der Havel umgesetzt? Antworten gibt der jetzt veröffentlichte Klimabericht für 2024 und 2025. Er dokumentiert den Stand der im Energie- und Klimaschutzkonzept beschlossenen Vorhaben, bewertet aber nicht, ob die Stadt insgesamt auf Kurs ist. Dafür wäre eine regelmäßig fortgeschriebene Treibhausgasbilanz nötig.
LED-Leuchten und Fernwärme für Gebäude
Bei der Straßenbeleuchtung weist der Bericht einen hohen Umsetzungsgrad aus. 2024 und 2025 kamen weitere LED-Anlagen hinzu, unter anderem im Industriegebiet Hohenstücken. Außerdem wurden 26 Scheinwerferanlagen an Denkmalen modernisiert und Solarleuchten in Klein Kreutz installiert. Laut Stadt senkt die Umstellung auf LED den Energieverbrauch im Durchschnitt um 50 Prozent und reduziert Betriebskosten sowie CO₂-Emissionen.
Fünf weitere kommunale Gebäude wurden im Berichtszeitraum an die Fernwärme angeschlossen. Dazu zählen das Oberstufenzentrum „Alfred Flakowski“ sowie Verwaltungs- und Betriebsgebäude. Für das rund 9.125 Quadratmeter große Schulgebäude beziffert der Bericht die rechnerische Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen durch den Wechsel von Erdgas auf Fernwärme aus Premnitz auf rund 231 Tonnen pro Jahr. Rund die Hälfte der größeren kommunalen Gebäude verfügt inzwischen über eine klimaneutrale Wärmeversorgung.
Ein weiterer Schritt war Ende 2024 der Anschluss des Brandenburger Fernwärmenetzes an die thermische Abfallverwertung in Premnitz. So kann Abwärme für die Versorgung von rund 12.000 Haushalten in Brandenburg genutzt werden. Der Bericht führt außerdem neue Fahrradabstellanlagen, moderne Straßenbahnen und die wachsende Beteiligung am Stadtradeln als Beispiele für vorangekommene Maßnahmen auf.
Bilanz und nächste Aufgaben
Das 2017 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Energie- und Klimaschutzkonzept wird in wesentlichen Teilen umgesetzt. Zugleich sieht der Bericht Verbesserungsbedarf beim Monitoring und bei den Datengrundlagen. Eine aktualisierte Treibhausgasbilanz soll künftig helfen, die Entwicklung der Emissionen besser abzubilden. Auch begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen erschweren nach Angaben der Stadt die Umsetzung einzelner Vorhaben.
Die Klimaanpassung ist im bisherigen Maßnahmenprogramm noch nicht umfassend berücksichtigt und soll strategisch stärker verankert werden. Die Stadt arbeitet dafür an einer Klimaanpassungsstrategie und aktuell auch an der Kommunalen Wärmeplanung. Bereits am 18. Oktober berichteten wir über Dialogabende zur Wärmeplanung in drei Ortsteilenexterner Link, öffnet ein neues Fenster.
Die zentralen Ergebnisse des Klimaberichts sind erstmals auch digital aufbereitet. Interessierte können dort die Handlungsfelder und Maßnahmen sowie deren jeweiligen Umsetzungsstand nachvollziehen.
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