30 Betriebe öffneten ihre Türen für 431 Jugendliche
Werkstätten, Kliniken, Produktionshallen und Einrichtungen in Westbrandenburg wurden am 7. Oktober zu Lernorten: 30 Unternehmen und Institutionen öffneten ihre Türen für Schülerinnen und Schüler. Insgesamt meldeten sich 431 Jugendliche zu den „Offenen Unternehmensbesuchen 2026“ an und buchten 480 Zeitslots.
Die Jugendlichen konnten Beschäftigten über die Schulter schauen, Fragen stellen und vielfach selbst praktische Tätigkeiten ausprobieren. Bei der BWB Betonwerke Berlin Brandenburg GmbH schwangen sie unter anderem den Hammer und flochten Draht. Bei der Heidelberger Druckmaschinen GmbH wurde gebohrt und gelötet; bei der TILSE GmbH konnten sie Glas für Yachten schneiden. Im Anschluss an einen Besuch bei der BWB wurde für einen Teilnehmer ein Praktikum vereinbart.
Einblicke in viele Berufsfelder
Auch weniger vertraute Arbeitsbereiche gehörten zum Programm. Beim Bestattungsunternehmen Schnee in Rathenow lernten die Jugendlichen Aufgaben im Bestattungswesen kennen und probierten sich im Sargausschlag, bei dem ein Sarg mit Stoff ausgekleidet und bezogen wird.
Im Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg an der Havel erfuhren die Jugendlichen mithilfe eines Alterssimulationsanzugs und eines Parcours unter anderem im Rollstuhl, welche Herausforderungen mit zunehmendem Alter oder körperlichen Einschränkungen verbunden sein können. Beim Pflegedienstleister Jedermann lernten sie beispielsweise, den Blutzuckerspiegel zu messen. Eine Teilnehmerin hatte zuvor bereits beim Azubi-Speed-Dating im Riesenrad und beim Berufemarkt Westbrandenburg Kontakte geknüpft.
Auf dem Vorplatz des Rathauses stellten Verwaltung, Bauhof, Vermessung und Berufsfeuerwehr ihre Arbeitsbereiche vor. Bei der Caritas Klinik St. Marien übten Jugendliche unter anderem das Setzen von Insulinspritzen und das Ziehen von Nähten. Bei E.DIS wurde gelötet und ein eigenes Glücksrad gebaut. In Premnitz ging es bei der Dührkopp Energieanlagenbau GmbH und der EEW Energy from Waste Premnitz GmbH um Berufe in der Energiebranche.
Berufsorientierung vor Ort
Die „Offenen Unternehmensbesuche“ werden gemeinsam von den Städten Brandenburg an der Havel, Rathenow und Premnitz sowie dem Landkreis Havelland organisiert. Ziel ist es, jungen Menschen Berufe in Westbrandenburg näherzubringen und direkte Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen zu ermöglichen. Die Angebote sollen auch Perspektiven für eine Ausbildung oder ein duales Studium in der Region aufzeigen.
Lisa Thiede vom Projektbüro der Wirtschaftsregion Westbrandenburg sagte, die gestiegene Zahl der Buchungen zeige das Interesse der Jugendlichen an authentischen Einblicken. Besonders erfreulich seien konkrete nächste Schritte wie ein Praktikum oder ein weiterer Kontakt zu einem Unternehmen.
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