Wallbüchse im Museum im Steintor: Inventar 8 aus der Reihe „Museumsgeschichten aus Bernau“

Ein 25 Kilogramm schweres Steinschlossgewehr aus dem 17. Jahrhundert – mit Bezug zur Pulverpfanne und der Redewendung „nichts auf der Pfanne haben“.

___ Fotos: Im oberen Wehrgang des Steintores können Besuchende die 25-Kilogramm-schwere Wallbüchse besichtigen.
___ Fotos: Im oberen Wehrgang des Steintores können Besuchende die 25-Kilogramm-schwere Wallbüchse besichtigen.Foto: Stadt Bernau/Daniel Heimbach Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Pressestelle Bürgermeisterstraße 25 16321 Bernau bei Berlin

Im Museum im Steintor steht in der Serie „Museumsgeschichten aus Bernau“ diesmal die Wallbüchse im Mittelpunkt. Das Objekt ist im oberen Wehrgang zu sehen und trägt die Inventarnummer 8 von 470 im Steintor. Die Pressemitteilung stellt damit ein Stück Wehrtechnik aus dem 17. Jahrhundert vor, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber viel über die militärische Entwicklung seiner Zeit erzählt.

Ein schweres Gewehr aus dem 17. Jahrhundert

Bei der Wallbüchse handelt es sich um ein 25 Kilogramm schweres Steinschlossgewehr. Wallbüchsen waren überschwere Musketen, die bis zu vier Meter lang sein konnten und vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts genutzt wurden. Je nach Ausführung erreichten sie eine Schussweite von 500 bis 700 Metern.

Wegen ihres hohen Gewichts und des starken Rückstoßes konnten solche Waffen nicht frei getragen und aus dem Stand abgefeuert werden. Zum Schießen legte man sie auf eine Brustwehr oder einen Schießbock. Viele Modelle hatten außerdem einen Haken, der in Mauerwerk oder in eine Schießscharte eingehängt wurde, um den Rückstoß abzufangen und die Waffe zu stabilisieren.

Technik und sprachliche Spur

Als Steinschlossgewehr besitzt die Wallbüchse eine Pulverpfanne, also eine kleine Mulde am Lauf, die mit Pulver gefüllt wurde. Erst das Entzünden dieses Pulvers löste den Schuss aus. War die Pfanne leer, konnte die Waffe nicht abgefeuert werden. Aus diesem Umstand entstand nach Angaben von Johannes Genth, der im Museum Bernau ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, die Redewendung „nichts auf der Pfanne haben“.

Im 19. Jahrhundert wurde die Wallbüchse technisch weiterentwickelt. Moderne Perkussionsschlösser ersetzten die älteren Zündsysteme, und einige Modelle wurden sogar als Hinterlader gefertigt.

Besuch im Museum im Steintor

Heute dient die Wallbüchse im Museum im Steintor als anschauliches Beispiel für die Wehrtechnik vergangener Jahrhunderte. Sie vermittelt Einblicke in das Handwerk und die technischen Möglichkeiten früherer Zeiten und ist laut Mitteilung ein Zeugnis ihrer Epoche, das vom technischen Fortschritt, vom handwerklichen Können und vom menschlichen Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit erzählt.

Das Museum im Steintor ist dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Besuchende können die 25 Kilogramm schwere Wallbüchse im oberen Wehrgang besichtigen.

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