Tag der Stiftungen: Bernau verweist auf zwei örtliche Stiftungen

Am 1. Oktober steht europaweit der „Tag der Stiftungen“ im Kalender. Der Aktionstag soll sichtbar machen, wie vielfältig Stiftungen arbeiten und welchen Beitrag sie für das gesellschaftliche Leben leisten. In Bernau rücken dabei zwei sehr unterschiedliche Einrichtungen in den Blick: die Stiftung Baudenkmal Bundesschule Bernau und die Stiftung Sankt Georgen-Hospital zu Bernau.
Beide Stiftungen sind eng mit der Stadt verbunden. Nach Angaben der Stadt wirkt Bürgermeister André Stahl in ihren Vertretungsorganen mit und begleitet damit ihre Arbeit vor Ort.
Welterbe, Bildung und Bauhausgeschichte
Die Stiftung Baudenkmal Bundesschule Bernau wurde am 9. September 2011 auf Initiative der Bernauer Stadtverordnetenversammlung gegründet. Zu den Stiftern zählen neben der Stadt Bernau der Landkreis Barnim, die Sparkasse Barnim, die Handwerkskammer Berlin und der Verein baudenkmal bundesschule bernau e.V.
Ein Ziel der Stiftung ist es, Zeugnisse des von Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfenen Gebäudeensembles samt Außenanlage zu sammeln, zu erforschen und zu präsentieren. Mit Aktivitäten in Bildung, Kultur und Wissenschaft soll das UNESCO-Welterbe einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht werden.
Die Bundesschule wurde im Mai 1930 fertiggestellt. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um das zweitgrößte Schulgebäude der Architekturepoche Bauhaus. Viele Jahre nutzte die Handwerkskammer Berlin das Haus als Internat. Seit Oktober 2022 betreiben die Michels Kliniken den Meyer-Wittwer-Bau und haben dort ein Bildungsforum für Gesundheitsberufe eröffnet. Heute werden an dem Standort Pflegefachkräfte sowie Ergotherapeuten und Physiotherapeuten ausgebildet.
Eine Stiftung mit fast 700 Jahren Geschichte
Deutlich weiter zurück reicht die Geschichte der Stiftung Sankt Georgen-Hospital zu Bernau. Sie wurde bereits 1328 vom Tuchmachergewerk der Stadt gegründet und ist laut Stadt die älteste Stiftung im Land Brandenburg.
Kapelle und Hospitalgebäude befinden sich in der Mühlenstraße, gegenüber vom Paulus-Praetorius-Gymnasium. Das denkmalgeschützte Gelände wird heute von der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal genutzt, die dort unter anderem Angebote im Bereich der Suchthilfe bereitstellt.
Zu den Hauptaufgaben der Stiftung gehört die gemeinnützige Unterstützung bedürftiger Menschen. Dieser soziale Auftrag prägt die Einrichtung seit Jahrhunderten: Bis in das 20. Jahrhundert hinein gewährte das Hospital insgesamt 16 Hospitaliten freie Wohnung und Unterhalt aus den Einkünften der Stiftung.
Öffnung für die Öffentlichkeit und Hilfe im Alltag
Damit das Sankt Georgen-Hospital auch für eine breitere Öffentlichkeit erlebbar bleibt, beteiligt sich die Stiftung regelmäßig am „Tag des offenen Denkmals“. Auch die Veranstaltungsreihe „Konzerte zur Nacht“ in der Kapelle dient diesem Zweck.
Vielen Bernauerinnen und Bernauern ist die Stiftung zudem durch ihre Weihnachtsaktion bekannt. Kinder aus bedürftigen Familien erhalten dabei Geschenkgutscheine, Seniorinnen und Senioren Geldzuwendungen. Um diese soziale Arbeit fortführen zu können, ist die Stiftung nach Angaben der Stadt fortlaufend auf Spenden angewiesen.
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