Schutz vor großer Hitze: Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Austausch

Amtsdirektoren und Bürgermeister berieten mit Landrat Ralf Reinhardt über konkrete Maßnahmen sowie Angebote wie Kühle Orte, Toiletten, Trinkbrunnen und Refill-Stationen

Schutz vor großer Hitze: Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Austausch
Schutz vor großer Hitze: Landkreis Ostprignitz-Ruppin im AustauschFoto: opr.de

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Die Amtsdirektoren und Bürgermeister des Landkreises Ostprignitz-Ruppin haben bei ihrer jüngsten Sitzung mit Landrat Ralf Reinhardt über vorhandene und noch zu schaffende Schutzmaßnahmen gegen große Hitze beraten. Anlass sind die nach Angaben der Beteiligten bereits heute spürbaren Folgen des Klimawandels und die Erwartung, dass auch künftig extreme Temperaturen wieder auftreten werden.

Neuruppin informiert bereits online über Hitzeschutz

Als Beispiel für bestehende Maßnahmen nannte Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle die Fontanestadt. Auf der Webseite informiert die Stadt Bürgerinnen, Bürger und Gäste über das richtige Verhalten bei Hitze, gibt Tipps und verweist unter anderem auf den Hitzewarnservice des Deutschen Wetterdienstes. Ziel ist es, frühzeitig über drohende Extremhitze zu informieren.

Unter www.neuruppin.de/hitzeschutz finden sich außerdem die Adressen öffentlich zugänglicher Toiletten sowie der sogenannten „Kühlen Orte“ in der Stadt. Dort können Menschen bei einer Hitzewarnung zu bestimmten Zeiten Zuflucht und Abkühlung finden.

Zu den in Neuruppin genannten kühlen Orten zählen das Museum Neuruppin in der August-Bebel-Straße und die Klosterkirche am Niemöllerplatz. In der Stadt gibt es zudem mehrere öffentliche Trinkbrunnen und sogenannte Refill-Stationen. Dabei handelt es sich um Geschäfte und Einrichtungen, in denen Bürgerinnen und Bürger ihre Trinkflaschen kostenlos auffüllen können.

Netzwerk, Schatten und Unterstützung für nicht mobile Menschen

Nach Angaben von Nico Ruhle arbeitet die Stadt noch an einem Hitzeschutzkonzept für alle Bevölkerungsgruppen. Ziel sei der Aufbau eines Netzwerkes. Zudem führe die Stadt Gespräche mit verschiedenen Akteuren, damit auch Menschen, die nicht mobil sind, schützende Orte erreichen können. Hitzeschutz müsse nicht immer neu erfunden werden; oft müssten vorhandene Mittel besser eingesetzt werden.

In Neuruppin sollen außerdem mehr schattige Orte entstehen. Dazu gehört nach Angaben der Stadt unter anderem das Pflanzen neuer Bäume, die mit großer Hitze und der Klimaveränderung in der Region zurechtkommen sollen. Dabei will die Stadt auch das Wissen aus ihrer italienischen Partnerstadt Certaldo nutzen, in der sich die Menschen schon länger auf extreme Temperaturen einstellen müssen.

Kreis und Amt sehen Handlungsbedarf

Landrat Ralf Reinhardt bezeichnete Hitzeschutzmaßnahmen und entsprechende Konzepte als wichtigen und unumgänglichen Schritt. Die Herausforderungen einer Extremhitze in den Sommermonaten würden im Zuge des Klimawandels eher zunehmen, sagte er sinngemäß. Der Landkreis unterstütze die Kommunen dabei, unter anderem mit der Fachexpertise des Gesundheitsamtes.

Auch Thomas Kresse, Amtsdirektor des Amtes Temnitz und Präsidiumsmitglied des brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes, befasst sich mit dem Thema. Er verwies darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger zum Gießen der Bäume aufgerufen worden seien, weil diese einen natürlichen und effektiven Schutz vor Hitze böten. Ziel müsse es sein, den vorhandenen Baumbestand zu sichern. Zudem wolle die Verwaltung im Amt Temnitz eine Stelle für den Bereich Bevölkerungsschutz schaffen, die den im Landkreis bereits vorhandenen Katastrophenschutz ergänzt und sich auch mit dieser Thematik befasst.

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