Haus & Grund Ostprignitz-Ruppin fordert mehr Unterstützung für bessere Zugverbindungen
Verein und Landrat setzen sich insbesondere für die Linie RE6 für eine nachhaltige Verbesserung des Zugverkehrs ein.
Der Verein „Haus & Grund Ostprignitz-Ruppin e.V.“ ruft zu einer stärkeren Unterstützung der Forderungen von Landrat Ralf Reinhardt nach einer nachhaltigen Verbesserung des Zugverkehrs auf, insbesondere bei der Linie RE6 („Prignitz-Express“).
Nach einem Gespräch mit dem Landrat in der vergangenen Woche sagte der Vorsitzende des Vereins, Ingo Karbe, es brauche mehr Unterstützung als nur Appelle und Briefe an Landes- und Bundesminister. Für den Landrat müsse es „mehr Breite, Lautstärke und Rückendeckung“ geben, um die Verantwortlichen beim Bund und beim Land zu einem Umdenken zu bewegen.
Karbe betonte, Fahrgäste, Kommunalpolitiker, Verbände, Unternehmer und Vereine im Landkreis müssten auf die Bedeutung einer besseren und zuverlässigeren Anbindung an die Hauptstadt aufmerksam machen. Eine Verbesserung werde nicht erst im Jahr 2035 gebraucht. Mit der bisherigen Hinhaltetaktik müsse Schluss sein.
Als Grund für das Engagement nannte Karbe die Bedeutung des Zugverkehrs für die Entwicklung der Region. In den vergangenen 30 Jahren hätten Eigentümerinnen und Eigentümer viel für den Wiederaufbau von Gebäuden in der Region geleistet. Zugleich seien Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer auf Zuzug angewiesen, insbesondere aus dem Raum Berlin. Junge Familien könnten sich einen Wegzug aus Berlin vorstellen, sagte Karbe, wenn es einen funktionierenden und gut angebundenen RE6 mit einem Halbstundentakt gebe. Das könne die Region als attraktive Zukunftsregion stärken.
Der Vorsitzende verwies zudem auf den in diesem Jahr in Neuruppin stattgefundenen Runden Tisch zum RE6. Dieser habe verdeutlicht, dass eine zeitgemäße Zugverbindung wichtig sei. Karbe forderte außerdem mehr Unterstützung durch die Vertreterinnen und Vertreter im Landtag.
Landrat Ralf Reinhardt begrüßte den Vorstoß. Er sagte, es würden mehr denn je die Landtagsabgeordneten aus der Region gebraucht, die die Forderungen nachdrücklich unterstützen und sich klar positionieren. Die Benachteiligung des gesamten Nordwestens müsse aufhören. Es könne nicht sein, dass am Stadtrand von Berlin von einem Dieselzug in eine S-Bahn umgestiegen werden müsse, um in die Innenstadt zu gelangen. Reinhardt verwies darauf, dass dies Bürgerinnen und Bürgern in Eberswalde oder Brandenburg an der Havel ebenfalls nicht zugemutet werde, obwohl dort eine direkte Anbindung an die Berliner Innenstadt bestehe.
Nach Angaben des Landrats müsse der Landesregierung vor Augen geführt werden, dass die Situation so nicht weitergehen könne. Man werde alles versuchen, um schneller, direkter und zuverlässiger nach Berlin und zurück zu kommen, und zwar vor dem Jahr 2035. Das gelinge jedoch nur gemeinsam mit mehr Unterstützerinnen und Unterstützern im Landkreis und im Landtag.
Zum Hintergrund
Der bereits zugesagte und lang versprochene Halbstundentakt des RE6 zwischen Berlin und Neuruppin ist mehrfach verschoben worden und soll nun frühestens 2035 kommen. „Berlin“ bedeutet dabei weiterhin ein Umsteigen in Hennigsdorf in die S-Bahn zur Weiterfahrt in die City oder eine langwierige Fahrt mit dem RE6 über Hennigsdorf und Spandau bis nach Charlottenburg.
Der Vorschlag des Landkreises OPR, die Ausweichstrecke des RE6 über Löwenberg und Oranienburg bis nach Berlin-Gesundbrunnen weiter zu nutzen, wurde von den Verantwortlichen im Land verworfen. Eine Einfahrt des RE6 in den Berliner Hauptbahnhof ist nach Angaben des Hintergrunds nicht möglich, da dieselbetriebene Züge dort nicht verkehren dürfen. Die vom Landkreis vorgeschlagene Teil-Elektrifizierung der RE6-Strecke werde in absehbarer Zeit nicht realisiert.
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