Zimmerergeselle Benedix Schlesier im Gespräch mit der Kreisverwaltung Herzberg (Elster)
Er berichtet über seinen traditionellen Walzweg und seine Bildungsreise fürs Handwerk
Am 16. September hat der 20-jährige Zimmerergeselle Benedix Schlesier im Rahmen seiner traditionellen Walz die Kreisverwaltung in Herzberg (Elster) besucht. Dort sprach er mit dem Ersten Beigeordneten, Dezernenten und Kämmerer Roland Neumann über seinen bisherigen Weg, seine Erfahrungen und die Gründe für seine dreijährige und einen Tag dauernde Wanderschaft.
Schlesier stammt aus Waldheim in Mittelsachsen und schloss Ende 2025 seine Ausbildung zum Zimmerer ab. Seit inzwischen acht Monaten ist er auf der Walz. Für ihn ist diese Zeit vor allem eine Bildungsreise, auf der er Land und Leute kennenlernen, sein Handwerk praktisch ausüben, Erfahrungen sammeln und sich selbst besser kennenlernen will.
Seine Route führt ihn vor allem durch den deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus hat er bereits in Hermannstadt im rumänischen Siebenbürgen gemeinsam mit rund 40 Wandergesellen an einem Projekt gearbeitet. Zuletzt war er vom Schwarzwald über Freiburg und Dresden bis nach Malitschkendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Kremitzaue im Landkreis Elbe-Elster, unterwegs. Von dort ging es weiter nach Herzberg. Neben Roland Neumann besuchte er in der Kreisstadt auch Bürgermeister Karsten Eule-Prütz.
Die nächste Etappe seines Weges führt Benedix Schlesier nach Bad Belzig. Unterwegs, sagt er, werde es nie langweilig, weil viele Eindrücke, Begegnungen und Gespräche zu verarbeiten seien. Besonders beeindrucke ihn die Hilfsbereitschaft, die ihm vielerorts entgegengebracht werde. Wer auf Wanderschaft sei, sei deshalb weit weniger allein, als man zunächst vermuten könnte.
Seine Verbindung zum Handwerk habe er gewissermaßen von zu Hause mitbekommen: Sein Vater ist selbstständiger Zimmerer. An seinem Beruf schätzt Schlesier besonders, dass am Ende des Tages sichtbar sei, was mit den eigenen Händen entstanden ist. Handwerkliches Können mache außerdem unabhängiger, weil man sich mit vielen Fähigkeiten selbst zu helfen wisse.
Nach der Walz möchte sich Benedix Schlesier in seiner Heimatstadt Waldheim selbstständig machen. Bis dahin will er möglichst viel dazulernen und auch Einblicke in andere Gewerke gewinnen. Ob später noch der Meistertitel hinzukommt, lässt er offen. Vor ihm liegen noch mehr als zwei Jahre Wanderschaft mit neuen Orten, neuen Menschen und weiteren Erfahrungen.
Zum Abschied wünschten ihm die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Büro Landrat eine „Fixe Tippelei“ – also gute Reise und gutes Vorankommen.
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