Elbe-Elster-Klinikum: Kreistag berät über Neubau und Geschäftsführung

Die Zukunft des Elbe-Elster-Klinikums stand im Mittelpunkt der Kreistagssitzung am 12. Oktober 2026 im Haus des Gastes in Falkenberg. Landrat Marcel Schmidt berichtete über die Untersuchungen für einen möglichen Klinikneubau und das Verfahren zur künftigen Besetzung der Geschäftsführung. Auch wirtschaftliche und regionale Entwicklung sowie zahlreiche kommunale Aufgaben waren Thema.
Klinikstandort und Geschäftsführung
Eine Standortanalyse der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg liegt vor. Ergänzend wurde eine vertiefende Untersuchung vorgenommen. Bei der weiteren Prüfung sollen unter anderem Erreichbarkeit, Verkehrsanbindung sowie bauliche und technische Voraussetzungen berücksichtigt werden. Ziel sei eine langfristig tragfähige Lösung für die medizinische Versorgung des gesamten Landkreises. „Der optimale Standort hat Vorrang vor der perfekten Mitte auf dem Reißbrett“, sagte Schmidt. Über den aktuellen Stand der Standortuntersuchungen wurde auch im nichtöffentlichen Sitzungsteil beraten.
Kreisausschuss und Aufsichtsrat empfehlen, einen Managementvertrag für fünf Jahre europaweit auszuschreiben. Ein erfahrener Dienstleister soll neben der Geschäftsführung zusätzliche Fachkompetenz für die wirtschaftliche Stabilisierung und strategische Neuaufstellung des Klinikums einbringen können. Die endgültige Entscheidung über die Besetzung liegt beim Kreistag. Zugleich müssten der laufende Krankenhausbetrieb gesichert, die wirtschaftliche Lage verbessert und die medizinische Weiterentwicklung vorbereitet werden. Auch Voraussetzungen für eine mögliche Förderung des Neubaus seien zu schaffen.
Unternehmen und regionale Entwicklung
In Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern ging es nach Schmidts Bericht um Fachkräftemangel, Verkehrsinfrastruktur, Vergabeverfahren und Verwaltungsabläufe. Der Landrat wolle Unternehmen klare Ansprechpartner, nachvollziehbare Entscheidungen und möglichst zügige Verfahren bieten. Sein Leitgedanke: „Weniger Umwege, mehr Lösungen.“
Für den Bundeswehrstandort Schönewalde/Holzdorf rechnet die Bundeswehr mit rund 700 zusätzlichen Dienstposten. Auch das Bundeswehr-Instandsetzungswerk in Doberlug-Kirchhain soll erweitert werden. Der Landkreis hat mit Partnern aus Brandenburg, Sachsen-Anhaltexterner Link, öffnet ein neues Fenster und Sachsenexterner Link, öffnet ein neues Fenster die Arbeit an der länderübergreifenden Entwicklungsstrategie RegioStrat aufgenommen und die Federführung übernommen. Neben Arbeitsplätzen müssten dabei auch Wohnraum, Schulen, Kindertagesstätten und Verkehrsanbindungen berücksichtigt werden. Die Heimatbasis in Herzberg unterstützt Zugezogene und Rückkehrwillige bei der Orientierung in der Region.
Als Beispiele für die Ausbildungsangebote im Landkreis würdigte Schmidt die Ausbildungsmesse MATCH in Sonnewalde. Ende September kamen dort 1.800 Besucherinnen und Besucher mit 98 Ausstellern zusammen. Der Ausbildungsstar 2026 ging an die Böllhoff Produktion GmbH aus Sonnewalde. Außerdem investierte der Landkreis 2,68 Millionen Euro in die Modernisierung von mehr als zehn Kilometern der Kohle-, Wind- und WasserRadtour; 1,57 Millionen Euro davon stammten aus Fördermitteln von Bund und Land.
Schmidt hob auch das Engagement des Netzwerks Gesunde Kinder und die kulturelle Vielfalt hervor, die beim 28. Internationalen Puppentheaterfestival sichtbar geworden sei.
Schule und Schülerleistungen
Am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Herzberg hatte der Unterricht nach auffälligen Ergebnissen von Innenraumluftuntersuchungen zunächst an Ausweichstandorten stattgefunden. Nach positiven Untersuchungsergebnissen war seit dem 23. September wieder regulärer Präsenzunterricht im Schulgebäude möglich.
Der Landrat würdigte zudem besondere Leistungen von Schülerinnen und Schülern kreiseigener Schulen. Milena Elfers vom Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde erhielt beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen den ersten Landespreis im Einzelwettbewerb Englisch. Das Team „CashMiR“ vom Oberstufenzentrum Elbe-Elster belegte beim Planspiel Börse den ersten Platz in Brandenburg.
Weitere Beratungsgegenstände
Der Kreistag befasste sich mit dem Haushaltsvollzug 2026, den Jahresabschlüssen kreiseigener Unternehmen und Eigenbetriebe sowie der weiteren Entwicklung der kommunalen Verkehrsunternehmen VMEE und NVG. Weitere Themen waren die strategische Ausrichtung des Tourismus in der Reiseregion Elbe-Elster und regionale Wertschöpfungsketten im Zuge des Strukturwandels.
Auf der Tagesordnung standen außerdem die Nutzungs- und Entgeltordnung des Museumsverbundes, die Förderung heimatkundlicher Aktivitäten und die weitere Entwicklung des Internats in Elsterwerda. Beratungsgegenstände waren auch kommunale Integrationsangebote, eine gemeinsame Tauchstaffel mit der Stadt Cottbus sowie Angelegenheiten des Brand- und Katastrophenschutzes.
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