Elbe-Elster-Klinikum bleibt kommunal – Standort noch offen
Der Kreistag und Landrat Marcel Schmidt lehnen eine Privatisierung des Elbe-Elster-Klinikums ausdrücklich ab. Das Haus soll in kommunaler Hand bleiben. Für die künftige Geschäftsführung hat der Kreistag am 12. Oktober mehrheitlich beschlossen, einen Managementvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren europaweit auszuschreiben.
Der Vertrag soll einem erfahrenen Dienstleister die Geschäftsführung übertragen und zusätzliche Fachkompetenz für die wirtschaftliche Stabilisierung und Weiterentwicklung des Klinikums bereitstellen. Kreisausschuss und Aufsichtsrat werden in das Auswahlverfahren einbezogen; die abschließende Entscheidung trifft der Kreistag. Der Landkreis behält nach Schmidts Darstellung die grundlegenden Entscheidungen in kommunaler Verantwortung.
Standort für mögliches Zentralklinikum noch offen
Die Entscheidung über einen möglichen Neubau und dessen Standort steht noch aus. Bei der Beratung im Kreistag am 12. Oktober wurden weitere fachliche Einschätzungen erörtert. Zu den Grundlagen gehören Untersuchungen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Ein Teil der vertiefenden Beratungen fand nichtöffentlich statt, weil vertrauliche Informationen zu berücksichtigen waren.
Bei der Standortwahl sollen unter anderem die Erreichbarkeit für Patientinnen und Patienten, die Verkehrsanbindung, die Eignung des Grundstücks, die baulichen Voraussetzungen und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten zählen. Der Standort muss laut Schmidt nicht zwangsläufig in der geografischen Mitte des Landkreises liegen. Entscheidend sei, dass ein modernes Krankenhaus dort dauerhaft gut funktionieren könne.
Der Landkreis müsse zeitnah zu einer belastbaren Standortentscheidung kommen, um Chancen auf Fördermittel des Landes für einen Klinikneubau zu sichern.
Landrat nimmt nicht am Bürgerforum teil
Die Gewerkschaft ver.di und die Bürgerinitiative „Klinikum EE in kommunaler Hand“ haben für den 17. November 2026 ein Bürgerforum in Doberlug-Kirchhain angekündigt. Landrat Marcel Schmidt wird an der vorgesehenen Podiumsdiskussion nicht teilnehmen. Er begründet dies damit, dass die Fragen zur künftigen Trägerschaft und Geschäftsführung geklärt seien, während zur Standortfrage noch keine abschließende Entscheidung vorliege.
Schmidt wolle bei der Veranstaltung keine Erwartungen wecken, die er derzeit nicht erfüllen könne. Zudem halte er es nicht für sinnvoll, öffentlich über vertrauliche Beratungsstände zu spekulieren oder bereits entschiedene Grundsatzfragen erneut zur Abstimmung zu stellen. Zugleich erklärte er sich bereit, mit Bürgerinnen und Bürgern, Beschäftigten des Klinikums und deren Interessenvertretungen ins Gespräch zu kommen.
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