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Gesundheit

„Kultur auf Rezept“ beim Kongress „Social Prescribing“ in Berlin vorgestellt

Kaiserslautern präsentiert das geförderte Modellprojekt mit Link-Workerin und individuell ausgewählten Kulturangeboten für depressive Patientinnen und Patienten

Von Neues aus Kaiserslautern08.09.26, 23:33

Das vom Kaiserslauterer Kulturreferat initiierte Modellprojekt „Kultur auf Rezept“ erhält überregionale Aufmerksamkeit: Christoph Dammann, Direktor des Kulturreferats der Stadt Kaiserslautern, ist eingeladen, das gemeinsam mit dem Westpfalz-Klinikum entwickelte Vorhaben am 17. September 2026 beim Kongress „Social Prescribing (soziale Verschreibung)“ der Charité in Berlin vorzustellen.

Das im vergangenen Jahr gestartete Projekt verbindet medizinische Versorgung mit kultureller Teilhabe. Depressive Patientinnen und Patienten erhalten individuell ausgewählte Kulturangebote, die von der „Link-Workerin“ Sabrina Roth vermittelt und begleitet werden. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe als ergänzenden Bestandteil eines gesundheitlichen Versorgungsprozesses zu erproben.

Förderung und erste Ergebnisse

Gefördert wird das Projekt durch die Bundeskulturstiftung sowie das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, das nun Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur heißt. Nach Angaben der Stadt liegen erste Ergebnisse vor, die vielversprechend seien und in Kürze publiziert werden sollen.

Bürgermeister und Kulturdezernent Manfred Schulz wertet die Einladung nach Berlin als besondere Anerkennung der Arbeit in Kaiserslautern. Er sieht darin ein Zeichen dafür, dass die Verbindung von Kultur und Gesundheit über die Region hinaus auf Interesse stößt. Zudem habe es bereits mehrere Nachfragen aus anderen interessierten Städten bundesweit gegeben.

Medizinische Leitung und Einordnung

Die medizinische Studienleitung liegt bei Chefärztin Janina Geib von der Psychosomatischen Klinik des Westpfalz-Klinikums. Sie verweist darauf, dass die Pilotstudie mit Blick auf bestehende Engpässe in der psychiatrischen Versorgung auf „Social Prescribing“ als vielversprechenden Ansatz hinweise. Die hohe Akzeptanz und die durchweg positive Resonanz der Teilnehmenden unterstrichen das Potenzial des Modells als Baustein im Gesundheitssystem.

Christoph Dammann betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Kultur und Medizin. Die ersten Ergebnisse zeigten, dass das Modell funktioniere. Die Einladung nach Berlin sei für ihn vor allem eine Anerkennung der gemeinsamen Arbeit und eine Chance, die Erfahrungen aus Kaiserslautern in eine bundesweite Diskussion einzubringen.

Perspektive

Mittelfristig sei es das Ziel, die in England bereits seit Jahren im National Health System funktionierende „soziale Verschreibung“ und „Kultur auf Rezept“ auch in die medizinische Versorgung zu integrieren. Nach Angaben der Stadt gebe es bereits etliche Anfragen aus anderen Städten sowie Kontakte zu Krankenkassen und in die Gesundheitspolitik.

Mit der Vorstellung bei der Charité erhält das Kaiserslauterer Modellprojekt eine Plattform, um die Erfahrungen aus der Verbindung von Kultur und Gesundheit über die Region hinaus bekannt zu machen.

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