Einsatz am Senftenberger See: Wasserwacht startet in die Saison
40 Ehrenamtliche sichern die Strände – neue Ausrüstung und dringend benötigter Nachwuchs gesucht

Mit Beginn der Sommerferien ist am Senftenberger See die Hochsaison der Wasserrettung eingeläutet. Rund 40 Wasserretter der DRK-Wasserwacht Lausitz sind ab Juli bis August täglich im Einsatz, um die Sicherheit der vielen Badegäste entlang der sieben Kilometer langen Strände zu gewährleisten. Besonders in den Sommermonaten füllt sich das Ufer zwischen Niemtsch, Peickwitz und Großkoschen mit Urlaubern und Tagesgästen. Die Herausforderungen für die Ehrenamtlichen sind dabei vielfältig und verlangen jederzeit höchste Aufmerksamkeit.
Herausforderungen am Wasser: Wenn jede Minute zählt
Die Anforderungen an die Wasserwacht sind hoch – insbesondere bei plötzlichen Wetterumschwüngen oder parallel auftretenden Notfällen. Im Gespräch mit Bürgermeister Andreas Pfeiffer wurde deutlich, dass die Zahl der Einsatzfahrten stetig zunimmt. Windböen können an einem Tag zwei Notrufe gleichzeitig auslösen, etwa wenn Segelboote kentern oder Defekte an Motorbooten auftreten. Mit ihrem Schnellboot „Senftenberg 02“, ausgestattet mit 100 PS, erreichen die Ehrenamtlichen das weit entfernte Niemtscher Seeufer in nur sechs Minuten.
In den auffällig leuchtenden Westen sind die Einsatzkräfte schon von weitem gut sichtbar – immer bereit, rasch zu reagieren.
Einsätze und wachsende Herausforderungen
Im vergangenen Jahr absolvierten die Wasserwachtler über 4.200 Wachstunden, führten rund 200 Bootseinsätze durch und leisteten in 79 Fällen medizinische Hilfe. Technische Probleme nehmen laut Ortsgruppenleiter einen immer größeren Raum ein – die Rettungskräfte verzeichnen verstärkt gekenterte Segelboote, gebrochene Masten oder Motorboote, die liegen bleiben.
Daneben sind unbeaufsichtigte Kinder beim Schwimmen und Stand-up-Paddling ein ernstes Thema. „Solche Gefahren müssen wir bei den Kontrollfahrten und Strandgängen mit wachsamen Augen beobachten“, erläutert eine Ehrenamtlerin. Gerade Kinder ohne Rettungswesten, die sich weit vom Ufer entfernen, sind ein schwer kalkulierbares Risiko.
Von kleinen Malheuren bis zur Lebensrettung
Das Aufgabenspektrum der Wasserwacht reicht von der Versorgung kleinerer Schnittverletzungen mit Pflastern bis zum lebensrettenden Einsatz im Ernstfall. Pro Saison kommen so oft mehr als 110 Einsatzstunden pro Retter zusammen – ehrenamtlich und unter hohem Verantwortungsbewusstsein.
Der Personalbedarf bleibt hoch: „Nachwuchs wird da immer gebraucht“, bestätigt Inge Koark, Ehrenamtlerin aus Niemtsch und erfahrenes Mitglied der Wasserwacht.
Spendenaufruf unterstützt moderne Rettungstechnik
Zur weiteren Verbesserung der Ausstattung sammelt die Wasserwacht aktuell Spenden für ein neues Sonargerät auf Ultraschallbasis, das die Ortung von Gegenständen und die Suche nach Vermissten erleichtern soll. Etwa 2.000 Euro fehlen noch, um die Anschaffungskosten zu decken.
Die ehrenamtlichen Retter der DRK-Wasserwacht Senftenberg sehen sich für die Sommersaison gewappnet, betonen aber, dass Unterstützung und Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit unerlässlich sind – sei es bei der Nachwuchsgewinnung, im verantwortungsvollen Verhalten der Badegäste oder beim Spenden für die technische Ausstattung.
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