Beelitz startet Klimaanpassungskonzept mit Bürgerbeteiligung

Über 60 Teilnehmende diskutieren lokale Herausforderungen bei steigenden Temperaturen und extremen Wetterlagen

Von Redaktion Beelitz
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Die Stadt Beelitz hat gestern mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung im Neuen Lichtspielhaus den Startschuss für ihr Klimaanpassungskonzept gegeben. Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich aktiv, informierten sich in Fachvorträgen und nutzten interaktive Stationen, um ihre Perspektiven und Wünsche einzubringen. Das lokale Wissen der Bevölkerung soll nun gezielt in das entstehende Konzept einfließen.

Fachvorträge und offene Diskussionen prägen den Auftakt

Prof. Dr. Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ordnete die Entwicklungen in einen globalen Zusammenhang ein und machte deutlich: Der Klimawandel ist bereits spürbar. Anschließend erläuterte Max Ullrich von AtmoVera die spezifischen Auswirkungen für Beelitz: Seit 1960 ist die Durchschnittstemperatur in der Stadt um 2,4 Grad Celsius gestiegen. Auch die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius nimmt stetig zu.

Der Klimawandel geht mit weiteren Veränderungen einher. Laut den Experten werden extreme Wetterereignisse, wie starke Niederschläge, in Zukunft zunhemen, während sich die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr verringert. Im Fokus steht dabei auch der Beelitzer Wald. Juliane Baumann, Waldbrandschutzbeauftragte, stellte umgesetzte und geplante Maßnahmen aus dem Waldbrandschutzkonzept vor. So wird in diesem Jahr beispielsweise eine Beweidung entlang des Siebenbrüderweges eingeführt.

Interaktive Beteiligung für lokale Lösungen

Nach den Vorträgen wurde das Wissen und die Meinung der Beelitzer Bevölkerung besonders gefragt. An mehreren Stationen konnten die Gäste einschätzen, wie gut sie sich informiert fühlen, Klima-Hotspots in ihrer Stadt benennen sowie Sorgen und Wünsche äußern. Damit wird die Bevölkerung aktiv in den Prozess einbezogen.

Lena Büge vom beteiligten Unternehmen Climaticon erläutert das Vorgehen: „Wir wollen das lokale Wissen der Beelitzerinnen und Beelitzer bei der Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes nutzen.“ Das Konzept soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden. Bis dahin sind weitere Workshops geplant, sowohl mit Fachakteuren als auch mit der Bevölkerung.

Nächste Schritte und langfristige Förderung

Bereits Ende März gehen die Gespräche weiter: Auf dem Frühlings- und Ostermarkt stehen Mitarbeitende von Climaticon für Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Die Erarbeitung des Klimaanpassungskonzeptes wird durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz mit einer finanziellen Unterstützung gefördert.

Mit der aktiven Einbindung der Bevölkerung und der wissenschaftlichen Begleitung setzt Beelitz ambitionierte und transparente Schritte in Richtung klimafeste Zukunft.

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